Wir

30 Jahre „durchblick“  1986 – 2016

Angefangen hatte es mit dem durchblick kurz nach dem Erscheinen des ersten Altenplans, den die Gesamthochschule, namentlich Christel Ruback, für die Stadt Siegen erstellte. Im Juni 1981 erschien die erste Ausgabe. Im Studiengang Sozialarbeit entstanden zeitgleich zwei Diplom-arbeiten über Seniorenzeitschriften. Hier wurde die Idee für eine Siegener Seniorenzeitschrift geboren.

Der damalige Stadtdirektor Mohn mit seinen Sozialdezernenten Sonneborn und später Mock unterstützten das Vorhaben. Gemeinsam stellte man über die damals populären ZWAR-Projekte (zwischen Arbeit und Ruhestand) des Landes NRW die Finanzierung sicher. ZWAR förderte landesweit solche Zeitungsprojekte und lieferte auch die finanzielle Ausstattung für den Start.

Aus einer damals parallel laufenden Bemühung, in den Siegener Tageszeitungen einen festen Platz für die Belange der Seniorengeneration zu schaffen, wurde nichts. Man sah also nur die Möglichkeit, eine eigene Zeitschrift zu gründen. Die Stadt sollte und wollte Mitherausgeber dieses Magazins werden. Die sich bildende Redaktion bestand darauf, frei und ohne Maulkorb schreiben zu können. Die Stadt bekam ein Mitspracherecht, besaß aber nur eine Stimme. Für sie unliebsame redaktionelle Beiträge oder Beschlüsse sollte sie nicht verhindern können. Diese Grundlage war zunächst Garant für den Erfolg des durchblick.

Im Herbst 1986 erschien der erste durchblick, als städtische Seniorenzeitschrift unter der Redaktionsleitung von Christel Ruback, 18 Seiten stark, einfarbig schwarz, in einer Auflage von 5000 Exemplaren. Inhaltlich verstand sich der durchblick schon damals als Sprachrohr alter Menschen, als Interessenvertreter der Seniorinnen und Senioren in Siegen und Umgebung.

Unter wechselnden redaktionellen Leitungen veränderte sich das Erscheinungsbild des durchblick. Taten sich Anfang des Jahrtausends durch den Einsatz von bezahlbaren Schreib- und Bildbearbeitungsprogrammen völlig unerwartete Möglichkeiten der Gestaltung auf, veränderten sich gleichzeitig die Ansprüche der Leserinnen und Leser. Der durchblick hat versucht, im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten, gerecht zu werden.

Durch die organisatorische Umstrukturierung im Jahr 2003 konnte die Seniorenzeitschrift aus den doch eher trägen Verwaltungsstrukturen gelöst und in einen von den Redakteuren gegründeten, schneller agierenden, gemeinnützigen Herausgeber-Verein geführt werden.

Die neuen Möglichkeiten führten dazu, dass sich der durchblick nach nunmehr 30 Jahren auf 84 Seiten ausweiten konnte. Die Auflage beträgt derzeit ca. 24000 Exemplare, damit ist die Autorenzeitschrift zum auflagenstärksten Printmedium in Südwestfalen,( im Bereich Zeitschriften/Magazine), gewachsen. Waren ehemals 7 Redakteuren mit der Erstellung und dem Vertrieb des Blattes beschäftigt, sind heute allein im Bereich der Zeitschrift über 80 Personen ehrenamtlich tätig. Sie wollen ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen, sich einmischen und mitgestalten.

 

Durch einen Ratsbeschluss im Mai 2011 sicherte die Stadt Siegen „seiner“ Seniorenzeitschrift einen Redaktionsraum im städtischen Begegnungszentrum Haus Herbstlos zu. Eine finanzielle Förderung erfolgt von der Universitätsstadt Siegen und vom Kreis Siegen-Wittgenstein. Eine redaktionelle Einflussnahme besteht nicht.

Die „Autorenzeitschrift … nicht nur für Senioren“ der durchblick ist das Ergebnis einer „hochmodernen“ Altenarbeit. Die komplette Erstellung von der Idee bis zum fertigen Layout, alle Redaktionskonferenzen und Besprechungen erfolgen ehrenamtlich. Von den Zuwendungen und den Werbeeinnahmen finanziert der Herausgeberverein den gesamten Druck des Magazins, regelmäßig stattfindende Mitarbeiterschulungen; Büromaterial; Anzeigenakquise; Computer und Programme; Fahrgelder und Aufwendungen; Porto; Druckerpatronen; Telefon; Vereinsbus usw..

Das Projekt durchblick zeigt was entstehen kann, wenn engagierte Menschen ernsthaft und mit Enthusiasmus, ein gemeinsames Ziel verfolgen.